Für den Erhalt der Ochsenau - große Resonanz aus der Bürgerschaft!

Pressebericht zur Protestwanderung in der Ochsenau

Etwa 90 Bürger hatten sich auf Einladung der ÖDP Landshut zu einer Protestwanderung am vergangenen Sonntag in der Ochsenau eingefunden. OB- Kandidat Dr. Stefan Müller-Kroehling stellte fundiert und gewohnt humorvoll die Geschichte, Bedeutung und auch die Möglichkeiten zum Schutz dieses Areals vor. „Als Ergebnis naturwissenschaftlicher Erhebungen verdient dieses Areal die Einstufung als wertvollste Fläche im ganzen Stadtgebiet“, betonte Müller- Kroehling. Es sind 49 Hektar Kalkmagerrasen auf schluffigem Boden, die hier dank langjähriger militärischer Nutzung seit 1880 überdauert haben und von den Entwicklungen auf der Restfläche des Isartals verschont geblieben sind. Einige Steppenbewohner leben hier, die hier ihr einziges Vorkommen in ganz Deutschland haben. Ebenso ist hier das einzige Vorkommen mancher Arten in Bayern südlich der Donau und das Areal ferner Fundort zahlreicher in Bayern vom Aussterben bedrohter Arten.

„Das gesamte ehemalige Militärareal der Ochsenau ist nach § 30 des Bundesnaturschutzgesetzes und Art. 1 des Bayerischen Naturschutzgesetzes vor Verschlechterungen gesetzlich geschützt und hätte nach der Fauna-Flora- Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) auch nach Brüssel gemeldet werden müssen. Es nur aufgrund verfehlter Haushaltspolitik und von Finanzengpässen einer Bebauung zuzuführen, ist weder rechtlich korrekt noch naturschutzfachlich zu rechtfertigen, und auch nicht ausgleichbar“, bemängelte der Politiker. Sogar das von der Stadt beauftragte Gutachterbüro habe dies bescheinigt, betonte Stadträtin Elke März-Granda und gab ihrer Enttäuschung darüber Ausdruck, dass der Stadtrat dennoch mehrheitlich für eine Bebauung gestimmt habe. OB-Kandidat Müller-Kroehling betonte, dass allein im Landshuter Osten noch verschiedene alternativen Flächen ohne speziellen Naturschutz-Wert und Hochwasserproblematik unbebaut seien. Bei einer Wanderung entlang der NSG- Grenze erläuterte Müller-Kroehling noch, dass diese wesentlich weiter im Areal liegt, als dies die Schilder anzeigen. Viele Besucher zeigten sich regelrecht schockiert angesichts des immensen Flächenverlustes, den diese Bebauung darstellen würde. Die derzeit von mehreren Naturschutzverbänden erarbeitete EU-Beschwerde gegen die Zerstörung des schützenswerten Areals und Beeinträchtigung der Restfläche werde die gesamte Fläche des ehemaligen Übungsplatzes umfassen, so Müller-Kroehling. Dieses Verfahren könne sich unter Umständen über viele Jahre hinziehen. Bereits jetzt liefen Beschwerden gegen Deutschland seitens der EU-Kommission wegen unzureichenden Schutzes mageren Grünlandes.

Müller-Kroehling schlug für die Ochsenau die Gründung eines Heideflächenvereins nach Münchner Vorbild als Alternative zur Bebauung vor. Damit könne man die Fläche auch ohne Zerstörung von 20 Hektar und massiver Beeinträchtigung der Restfläche wirtschaftlich nutzen, und zwar zur Generierung von Ökopunkten für Ausgleichsmaßnahmen. Nicht umsonst werde dies im Münchner Norden seit Jahren sehr erfolgreich von der Stadt und den Umlandgemeinden so praktiziert.

Der Referent äußerte seine Überzeugung, dass es verschiedene wirtschaftliche Lösungen und Fördermöglichkeiten gebe, die einmalige und extrem wertvolle Fläche zu erhalten.


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