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Großes Interesse am Film „Faktencheck – Die gesundheitliche Wirkung der Mobilfunkstrahlung“

Mobile Kommunikation ist aus unserem Leben kaum mehr wegzudenken. Es gibt aber auch viele gute Gründe, sich mit den Risiken des Mobilfunks auseinanderzusetzen. Deshalb luden die Bürgerinitiative (BI) “Landshut Stop 5G” und die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) zur Vorführung des Films „Faktencheck“ von Lothar Moll und Klaus Scheidsteger am vergangenen Dienstag in das Gasthaus „Zum Freischütz“ ein.

Christine Schenkenbach von der BI und ÖDP-Stadträtin Elke März-Granda begrüßten die über 80 interessierten Gäste im voll besetzten Saal, die sich über die weitreichenden Folgen eines unkritischen Umgangs insbesondere mit der 5. Mobilfunkgeneration „5G“, informieren wollten. Der Film, jenseits von Lobbyismus und gekaufter Wissenschaft, informiert über zahlreiche neue internationale und unabhängige wissenschaftliche Studien, die Mobilfunkstrahlung als kritisch bis gefährlich einstufen.

Besonders kritisch seien unwiderrufliche Auswirkungen auf das Ungeborene und dessen Erbgut. Bei der geplanten Einführung des 5G-Standards gehe es um die Möglichkeit, riesige Datenmengen, z. B. von Smartphones oder für autonomes Fahren, zu übertragen. Dazu sind höhere Frequenzen nötig, die geringere Reichweite haben, was ein viel dichteres Netz an Sendemasten voraussetzt. Die damit verbundenen Risiken seien völlig unbekannt, da es hierzu noch keinerlei Langzeitstudien gibt. Die Frage sei, ob der mögliche Komfort der neuen Technik die Gefährdung der Gesundheit der Menschen, insbesondere der künftigen Generation rechtfertigt. Deshalb sei es sehr unverständlich, warum nicht auf Alternativen zurückgegriffen wird, die nach heutigem Wissen keine Gesundheitsschäden verursachen. So können Techniken wie VLC (visible light communication), Infrarottechnik oder für die häusliche Versorgung auch Glasfaserkabel die 5G-Technik ersetzen.

Der Film zeigte viele Probleme auf, die in der öffentlichen Diskussion kaum erwähnt werden. So gibt es zahlreiche Forschungsergebnisse, die die besondere Gefahr für junge Menschen, die noch im Wachstum sind, belegen. Mit Unverständnis reagierte das Publikum auf die Tatsache, dass es in Deutschland keine Warn-Hinweise gebe, wie beispielsweise in Zypern üblich. Dort wendet sich das zypriotische "Nationalkomitee für Kinder, Umwelt und Gesundheit" an Schwangere mit dem Video "Schützen Sie Ihr Embryo vor der Strahlung von Handys, WLAN und anderen drahtlosen Geräten".

Anders in Deutschland, hier werden bundesweit große Summen als Anschubfinanzierung für die Digitalisierung in den Schulen zur Verfügung gestellt – unabhängig davon, ob die internetfähige Technik tatsächlich im Unterricht verwendet wird.

Einen breiten Raum nahmen Hinweise ein, wie jeder Einzelne sich schützen bzw. beim Gebrauch das Risiko erheblich minimieren kann. Warnhinweise gab es insbesondere an Schwangere und deren ungeborene Kinder sowie an Kinder und Jugendliche generell.

Während der lebhaften Diskussion kam die Frage auf, wo eigentlich das grundgesetzlich garantierte Recht auf körperliche Unversehrtheit, Schutz der Wohnung und der Minderheitenschutz bleibe. Es wurde heftige Kritik an den politischen Verantwortlichen und die Forderung nach einer Risikobewertung mittels eines Moratoriums laut, wie dies u.a. fast dreihundert Ärzte und Wissenschaftler aus über 40 Ländern mit einem internationalen Appel fordern.

Der gesundheitliche Schutz von Mensch und Natur ist nicht verhandelbar und muss über Wirtschafts- und Profitinteressen gestellt werden, war die einhellige Forderung.

„Die ÖDP ist die einzige Partei, die Gesundheitsvorsorge bei Mobilfunk vor Profitinteressen stellt. Wir wollen nicht den Fortschritt ausbremsen, aber wir müssen alles dafür tun, gesundheitliche Risiken zu minimieren solange nicht die Unbedenklichkeit wissenschaftlich geklärt ist“, so März-Granda. Paul Zielinski von der BI empfahl, die Regeln zum Selbstschutz einzuhalten und Informationen weiterzugeben, wo immer möglich. Es sei wichtig, sich zu Bürgerinitiativen zusammenzuschließen und auf Bürgermeister und Mandatsträger zuzugehen. Gerade die anstehende Kommunalwahl biete reichlich Gelegenheit, die Kandidatinnen und Kandidaten zu befragen. Es gebe Gemeinden, die einem ungeprüften Ausbau des 5G-Netzes kritisch gegenüberstehen und den informellen Austausch mit ihren Gemeindebürgern suchen, wie beispielsweise der Bürgermeister der Gesundheitsgemeinde Bad Wiessee. „Diese Vorgehensweise, die dem Vorsorgeprinzip der Vorrang vor dem schnellen Internet einräumt, wünsche ich mir auch von den hiesigen Bürgermeistern“, betonte Zielinski.


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